Wenn dein Verstand nickt – aber deine Seele schweigt, dann weißt du:
Yepp – ich wurde gehijacked. Volle Kanne reingelegt. Tja. Das passiert. Manchmal sogar meistens ohne dass du es willst.
Ich hab mal einen Abstecher gemacht heute morgen. Passend zu Montagmorgen, so zum Anfang der Woche also. Der Grund dafür war ein kleiner Text, der mir bei Instagram über die Füße huschte sozusagen. Ein Text über das Elternsein und das Thema mit dem „gut genug“ dahinter. Die junge Dame, die den Text verfasste war der Meinung: Du bist Mama, du bist Papa, du bist gut genug! Auch wenn du heute keine frischen Socken trägst und die letzten Muffins leider ausversehen im Ofen hast verbrennen lassen – du bist gut genug. Lass dir bitte nichts anderes von dieser verrückten Gesellschaft einreden: du bist gut genug. Die Wortkombination gut und genug war frappierend oft in ihrem Beitrag zu lesen. Ich war ganz erdrückt von all dem gut und genug. Und weil ich selbst auch Mama bin und heute Morgen ausversehen frische Socken angezogen habe hab ich angefangen zu grübeln. Und wenn ich so vor mich hingrübel, dann kann es passieren, dass ich dazu das gute alte Lexikon in die Hand nehme.
Was ist eigentlich dieses „gut genug“ ganz genau? Also, wie wird es in unserer Sprache definiert? Ich hatte ja so meine Meinung zu dieser Wortkombination, aber ich war dann fast ein bißchen entsetzt, obwohl es gleichzeitig so erschreckend logisch ist. Deshalb kann ich es euch auch nicht vorenthalten, was das Lexikon sagt. Also setzt euch hin, nehmt euch einen Johanniskrauttee und erschreckt gemeinsam mit mir:
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Der Duden sagt:
genug (Adjektiv, Adverb)
Bedeutung:
in solcher Menge, in solchem Maß vorhanden, dass es ausreicht; ausreichend, genügend.
Beispiele:
– Ich habe genug gegessen.
– Wir haben nicht genug Zeit.
– Es ist genug für alle da.
Etymologisch – also vom Ursprung her – kommt genug aus dem althochdeutschen „ginuog“ bzw. mittelhochdeutsch „gnuoc“, was bedeutet: ausreichend, vollkommen, vollzählig, hinreichend.
Der Wortstamm hat mit „Genüge“ zu tun – also einem Zustand des Ausreichens oder der Zufriedenheit mit dem, was ist.
Sprachlich trägt das Wort also eine quantitative Bedeutung:
Es beschreibt eine Grenze, an der etwas genug ist – also weder zu wenig noch zu viel.
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Huch. Damit hatte ich in meinem Gefühl gar nicht mehr gerechnet. Gilt das „gut genug“ nicht als das Maß aller Dinge? Wenn ich gut genug wäre, stell dir vor, holy godness.. dann wäre ich ja Mary Poppins! Superkalifragilistikexpialigetisch! Und jetzt, du liebes Gütchen, erfahre ich, dass gut genug gerade mal an der Brotkante kratzt. Nicht wirklich. Herrje!
Weil ich schon so dabei war mit der Nachschlagerei, hab ich auch noch „ausreichend“ nachgeschlagen. Nur so, um sicherzugehen.
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ausreichend (Adjektiv)
= so viel, dass es genügt; genug; in genügendem Maß vorhanden.
Beispiele:
– Wir haben ausreichend Zeit.
– Das Geld ist gerade noch ausreichend.
Im Duden wird das Wort also direkt mit genug gleichgesetzt – beide stehen für ein Maß, das „reicht“, aber nicht überfließt.
Herkunft und Bedeutung im weiteren Sinn
Das Wort stammt vom Verb „reichen“, ursprünglich im Sinne von „sich erstrecken bis“.
„Ausreichend“ bedeutet also: etwas reicht gerade so weit, dass es das Nötige erfüllt.
Es beschreibt also eine Grenze des Genug-Seins, ein Minimum, das gerade genügt, aber nicht mehr.
In der Alltagssprache klingt es oft neutral oder sogar leicht negativ – etwa in Schulnoten („ausreichend = Note 4“), also noch akzeptabel, aber nicht gut.
Philosophisch betrachtet
Das Spannende ist:
Sowohl genug als auch ausreichend sind messende, äußere Begriffe. Sie stammen aus einer Welt des Vergleichens: „Wie viel ist da? Reicht es?“ Sie haben nichts mit dem Gefühl von Fülle, Frieden oder Ganzheit zu tun.
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Hatte ich des mir doch gedacht! Wir wurden alle gehijacked! Paff! Uns wurde doch das alte gut genug als das Maximum verkauft. Also das, was wir nicht sein müssen, weil wir es eh schon sind und nach dem wir auf gar keinen Fall streben müssen, obwohl es die Gesellschaft will (ich frage mich immer, wer hier „die Gesellschaft“ darstellt)
Aber wenn man es sich genau anschaut, trifft „gut genug“ noch nicht einmal den Punkt, an dem es wirklich reicht. Es bedeutet im Grunde „gerade so okay“. Nicht erfüllend. Nicht leuchtend. Nur … ausreichend. Maximal aber. Also minimal eher. Du bist also… ausreichend? Ich bin gerade so ohhkay (stellt euch das gedehnt ausgesprochene OOOhhh vor)?
Wenn ich mir also ein Kleidungsstück kaufe, dann würde „gut genug“ bedeuten, ich nehme das Billigste, das irgendwie wie ein alter Sack an mir hängt, so lange es seine Funktion erfüllt. Es ist eben gut genug, nicht wahr? Schickt doch. Aber das schönste Kleidungsstück, das, in dem ich mich wie eine Prinzessin fühle – das würde in diesem Denken schon als „zu viel“ gelten. Oder was oder wie?
Also das Ziel ist auf gar keinen Fall das halbgare „Na ja, passt schon“ zu sein, weil du es schon bist. Ja vielen Dank aber auch.
Wieso, bitteschön? Warum schmücken wir uns denn eigentlich mit etwas, das gerade so ausreicht? Ich bin „gut genug“ klingt fast gerade wie eine Auszeichnung. Dabei ist es… tja. Eine 4. Vielleicht kommt´s als Strafe, weil wir uns immer vergleichen wollen. Du willst dich vergleichen? Hier – pämm – haste ne 4. Zack. Gehijacked. Sorry not sorry.
Irgendwie ist das so absurd, dass es fast schon lustig wäre, wenn wir damit nicht unser ganzes Leben lang schmerzhaft durch die Welt liefen.
Also, meine Süße, mein Süßer… was soll ich sagen (ein lauter Seufzer hier bitte) – wir werden also auf ein Minimum heruntergeschraubt, fühlen uns auch noch gebauchpinselt und geauszeichnet. Wir sollen zufrieden sein (womöglich sind wirs auch noch), weil wir „schon genug“ sind.
Und das Allerschlimmste: Wir finden dieses Gefühl nichtmal in uns. Es ist nicht da! Nada! Du schaust – nix. Du fühlst – sorry. Wie fühlt sich „gut genug“ an? Hast du das mal rausgefunden? Ich kenne wirklich die gesamte Palette der Gefühle. Alle Farben, ja tatsächlich. Da gibts:
Traurigkeit, wenn der kleine Igel von nebenan plötzlich verschwunden ist und zwei Tage später ein toter Igel am Straßenrand liegt.
Freude, wenn die Sonne sich endlich zwischen Regenwolken schiebt und das Wohnzimmer plötzlich glitzert wie frisch geputzt (das sind die Staubfuseln, die so lustig glitzern, glaub ich, egal, es ist fein).
Wut, wenn das Kind zum zehnten Mal dazwischenquatscht, gerade als du endlich einen Gedanken zu Ende denken wolltest.
Dankbarkeit, wenn der Tee genau richtig heiß ist und du für fünf Minuten einfach niemandem etwas erklären musst.
Überforderung, wenn das Leben wieder mal alle Termine gleichzeitig verschiebt und du trotzdem so tust, als hättest du alles im Griff.
Erleichterung, wenn jemand einfach nur sagt: „Ich versteh dich.“
Liebe, wenn du nachts im Halbschlaf eine kleine Hand suchst und sie findet dich zuerst.
All das gibt es. Das sind echte Gefühle, die jeden Tag da sind. Mal so und mal so. Aber „gut genug“? Das taucht in keiner dieser Szenen auf. Ich hab’s noch nie gespürt. Kein Kribbeln, kein Ziehen, kein gar nichts. Vielleicht ist es einfach ein Fantasiegefühl – eine geistige Seifenblase, die hübsch klingt, und so einen hässlichen klebrigen Abdruck im digitalen Gesicht hinterlässt.
„Gut genug“ taucht nirgends auf, weil es kein Spür-Ort ist, sondern ein Mess-Ort. Und ein Mess-Ort hat eine Nebenwirkung: Es erklärt Mühe zum Fehler im System. Aber Mühe ist kein Fehler. Mühe ist Lebensgeräusch. Wenn ich „schon reiche“, warum sollte ich mich noch hineingeben? Genau dort wird es still im Falschen – und leer im Herzen.
Aber trotzdem: Wir suchen es, wir sprechen Affirmationen, wir hoffen, dass es sich irgendwann einstellt — und weil es das nicht tut, fühlen wir uns auch noch schuldig. Dann kommt eine süße junge Dame, die zu dir sagt: oh… du bist gut genug! Dann denkst du: Ja, oh, endlich… das klingt soo… nach nichts. Genau. Denn diese innere Bestätigung dazu, die fehlt. Die ist irgenwie nicht existent.
Das heißt: Wir werden mit einem Minimum verglichen, in eine Minimum-Schublade gesteckt, finden diese Schublade nicht, und fühlen uns deshalb schlecht. Und das alles, obwohl dieses Minimum nicht einmal wirklich etwas Erstrebenswertes ist. Das ist doch verrückt, oder? Uns wird gesagt, wir seien längst gut genug, und genau dadurch wird uns die Sehnsucht genommen, das zu leben, was mehr als genug ist — das, was leuchtet, pulsiert, überfließt.
Aber vielleicht ist es hier auch genauso, wie überall: Wenn wir zu weit gehen, wenn wir zu groß, zu laut, zu frei werden, werden wir genauso wieder „behext“ wie eh und je – nur eben auf moderne Art. Man sieht das an jeder Ecke. Spirituelle Erkenntnis nennt man das hier und da.
Ich habe das Gefühl, dass dieses „gut genug“ eine Art Filter ist, der uns vor vielen Jahren aufgesetzt wurde. Und die meisten Menschen tragen ihn einfach weiter, ohne je zu fragen, wem er eigentlich nützt. „Ich bin ja schon gut genug“ – das klingt so mild, so versöhnlich. Oder? Ich sag doch: gebauchpinselt. Du bist gut genug – das ist die Auszeichnung, die jemand mit einer zu langen Nadel an deine Schulter geklatscht hat. Au, tat das weh. Und jetzt?
Jetzt wirkt es wie eine Droge. Eine dieser süßen spirituellen Betäubungen, die alles verwaschen, was echt ist. Denn die echte Wahrheit hinter dem gut genug lautet: Du wirst in dieser Welt voller Vergleiche niemals gut genug sein können. Das ist unmöglich. Und genau deshalb ist es so absurd, dass wir uns überhaupt damit beschäftigen.
Seit wann ist gut genug – also nicht gut genug – ein Ziel geworden? Warum ist das überhaupt ein Maßstab? Dieses Wort stammt aus der Welt des Messens, nicht aus der Welt des Fühlens. Aber womit messen wir uns da eigentlich? Womit genau vergleichen wir uns? Und warum überhaupt? Warum tue ich das? Warum tun wir das alle?
Diese ganze „du bist schon gut genug“-Bewegung ist wie eine Art Sedierung. Ein System, das Frauen (und generell Menschen) ruhigstellt – indem es ihnen sagt, sie müssten gar nichts mehr verändern, obwohl genau das Streben nach Lebendigkeit, Tiefe und Echtheit eigentlich die Bewegung des Lebens selbst ist.
Der Satz „du bist schon gut genug“ verwischt die Grenze zwischen „du musst dich nicht selbst verurteilen“ und „bleib lieber brav, wo du bist“.
Das ist wie ein inneres Patriarchat – eine leise Stimme, die sagt: „Sei zufrieden. Erwarte nicht zu viel. Dehne dich nicht aus.“
- „Du bist gut genug“ beruht auf einer Messung.
Schon das „genug“ ist ein Vergleichswort. Es existiert nur, wenn eine Skala da ist – ein „besser“, ein „schlechter“. - Der Satz soll trösten, ist aber in Wahrheit eine Entmündigung.
Er sagt: „Mach dir keine Mühe, erwarte nichts, ruh dich aus – mehr wirst du eh nicht erreichen.“ - Dadurch entsteht Stillstand.
Ein Zustand der inneren Betäubung, der „weichgeklopft“ ist – eine spirituelle Beruhigungstablette. - Und das Tragische daran: er nimmt uns den Stolz auf das, was wir wirklich geben können.
Auf das Sich-Anstrengen, das Wachsen, das Lebendigsein, das Mühegeben.
All das wird plötzlich verdächtig, als wäre Hingabe gleich Selbstoptimierung.
Da ist etwas, das mich zusätzlich wirklich nachdenklich macht: Vielleicht ist genau hier der Punkt, an dem alles kippt.
Seit wir uns einreden, wir seien „gut genug“, hat Mühe ihren Wert verloren. Denn wer „schon reicht“, warum sollte der sich noch anstrengen? Das klingt erst befreiend – in Wahrheit nimmt es uns das Schönste, was wir haben: das Gefühl, beteiligt zu sein.
Worte wie „Mühe“, „Müssen“ oder „Pflicht“ will heute keiner mehr hören. Man soll fühlen, wie man darf und eingeladen wird. So ein weichgespülter Bullshit, ehrlich. Mein innerer Schweinehund fühlt sich aber selten eingeladen – der hat keinen Bock. Macht mich das glücklich, wenn ich ausschließlich seinen Einladungen folge? Wohl kaum.
Hier liegt der Hijack: „Du bist schon gut genug“ erklärt Mühe zum Verdacht. Aber Mühe ist Bewegung. Sagen wir „Ich bin gut genug“, schließen wir uns manchmal vor dieser Bewegung ab – als müsste das Leben jetzt stillstehen, weil wir „schon reichen“. Nur: Leben will nicht reichen. Leben will fließen. Wachsen. Sich verströmen. Und genau da begegnen wir wieder der Mühe – als Teil des Werdens, als das leise, ehrliche Geräusch von: „Ich bin da – und ich gebe mich hinein.“
Kann es sein, dass wir den Stolz verloren haben, der einst darin lag, uns Mühe zu geben.
Ich meine, schaut euch den hiesigen Service an. Das ist wirklich gruselig! Oder teure Geräte, die nach zweimal Benutzen auseinanderfallen. Haben denn die Erbauer dieser kleinen Wunderwerke gar keinen Stolz mehr?? Warum nicht? Ach so. Da ist er wieder. Der Hijack. Weil wir ja eh gut genug sind. Heute wird auch alles, was Anstrengung bedeutet, sofort als Zwang oder Selbstoptimierung abgetan. Und wer will das schon? Dem Schweinehund sei Dank.
Wann ist Mühe zu einem Schimpfwort geworden?
Ich finde, Mühe ist etwas zutiefst Menschliches. Sie zeigt, dass mir etwas wichtig ist. Dass ich bereit bin, Energie in etwas zu geben, das mir Bedeutung hat. Wenn ich abends ins Bett falle und weiß, ich habe heute alles gegeben, dann ist das ein Zeichen von Ehre. Es ist Hingabe. Und diese Hingabe bringt ein Gefühl hervor, das kein „Du bist schon gut genug“ jemals ersetzen kann: nämlich echte Zufriedenheit. Es ist der stille Moment, in dem du weißt: Ich war heute ganz da. Ich war beteiligt am Leben. Ich war wach.
Wenn ich in die Natur schaue, sehe ich überall Mühe. Echte, stille, selbstverständliche Mühe. Ein Samenkorn, das sich durch die Erde drückt. Ein Vogel, der zum hundertsten Mal ein neues Zweiglein bringt, weil der Wind die Hälfte seines Nests verweht hat. Eine Katze, die gebiert – unter Schmerzen, in Stille, ohne Publikum.
Keiner von ihnen fragt: „Lohnt sich das?“ Keiner denkt: „Wird das jemand sehen?“ Keiner sagt: „oh, ich bin aber gut genug, also lass ich eben mal alles so“. Es geschieht, weil es das Leben ist, das sich entfaltet. Diese Mühe ist Teil der Schönheit. Teil der Vollständigkeit.
Und genau das, glaube ich, haben wir verlernt. Wir verwechseln Mühe mit Selbstoptimierung. Wir glauben, wer sich anstrengt, sei noch nicht bei sich angekommen. Dabei ist es genau andersherum: Wer sich anstrengt, ist beteiligt am Werden.
Es muss nicht leicht sein, um wahr zu sein. Selbst der Frühling – dieses zarte Aufblühen – ist das Ergebnis von Druck, Dunkelheit, Bewegung, von Samen, die sich durch Erde schieben, vom Drängen nach Licht.
Die Natur kennt keine Bühne. Sie wächst, weil sie wachsen muss. Sie gibt, weil sie geben will. Sie stirbt, weil es dazugehört.
Ein Same fragt nicht, ob ihn jemand dabei beobachtet, wie er sich durch Erde kämpft. Ein Vogel verlangt keinen Dank für jedes Halmchen, das er trägt. Die Sonne fragt nicht, ob jemand bemerkt, dass sie aufgeht.
Warum also glauben wir, dass alles gesehen werden muss, um wertvoll zu sein? Dass immer jemand um die Ecke kommen muss, der sagt: „Oh, du Liebe, du bist gut genug“
Vielleicht liegt wahre Freiheit darin, etwas zu tun, auch wenn es niemand sieht. Etwas zu geben, ohne dass jemand dafür klatscht. Etwas zu erschaffen, weil das Leben selbst in uns nach Ausdruck ruft. Und uns dabei zu fühlen, wie wir uns fühlen: müde, weil der Körper viel gemacht hat, hungrig, weil wir essen wollen, erfreut, weil der kleine Sohnemann uns seine Ärmchen um den Hals gelegt hat und vielleicht ärgerlich, weil der Postbote das Paket schon wieder zur Post geschleppt hat und nicht einfach vor der Haustür vergessen hat.
Aber- holy Godness – Warum sollte ich mich also mit einem Minimum zufriedengeben, wenn in mir ein Ozean schlägt?
Ich will nicht „gut genug“ sein. Ich will lebendig sein.
Ich will das Gefühl kennen, wenn ich abends ins Bett falle und weiß: Heute habe ich mich verschenkt. An das Leben. An die Menschen. An den Moment. Ganz. Echt. Nicht einfach nur so ein bißchen „gut genug“ alias ausreichend – sondern verschwenderisch.
Weißt du, was das Gegenteil von „gut genug“ ist? Es ist „Ich war da“.
Ich war da, als das Kind weinte.
Ich war da, als der Teig nicht aufging, und ich hab trotzdem gelacht.
Ich war da, als ich keine Kraft mehr hatte – und hab sie trotzdem gegeben.
Ich war da, als niemand hingeschaut hat – und hab es trotzdem gemacht. Ohne Schulterklopfen und Likes.
Das ist Präsenz. Das ist Leben in voller Lautstärke.
Und genau das ist es, was uns der „gut genug“-Hijack nehmen will: die Erlaubnis, ganz da zu sein. Die Erlaubnis, zu viel zu geben. Die Erlaubnis, zu leuchten, auch wenn es keiner sieht.
Also, meine Lieben: Ich bin nicht gut genug. Ich bin mehr als genug. Ich bin der verdammte Ozean. Und ich habe keine Lust mehr, mich in eine Pfütze zu verwandeln, nur weil jemand meint, das sei „ausreichend“.
