Manchmal beginnt alles mit einer Frage, die man eigentlich nicht hören will.
Eine dieser Fragen, die kurz wehtut, weil sie etwas berührt, das man selbst lange umgangen hat.
Nicht laut, nicht dramatisch – aber klar genug, dass man nicht mehr so tun kann, als hätte man sie nicht gehört.
Genau dort setzt diese Reise an. Mitten im echten Leben. Mit all den Dingen, die sich schwer anfühlen, widersprüchlich sind, manchmal auch einfach zu viel.
Es geht um dieses leise Ausweichen vor sich selbst.
Um das ständige Weitergehen, Lernen, Optimieren – und die Ahnung, dass all das vielleicht nicht der Weg ist, sondern nur eine Bewegung weg von dem, was eigentlich gesehen werden will.
Und dann öffnet sich etwas.
Etwas wie ein neuer Blick.
Die Möglichkeit, den eigenen Erfahrungen nicht sofort etwas entgegenzusetzen, sie nicht direkt verändern zu müssen – sondern sie da sein zu lassen.
Mit allem, was dazugehört.
In diesem Raum entsteht eine andere Form von Selbstbegegnung.
Eine, die nichts fordert.
Die nicht verlangt, dass du dich lieben musst.
Die nicht vorgibt, wie Selbstliebe auszusehen hat.
Sondern die dich dorthin führt, wo Selbstliebe beginnt, ohne dass man sie benennen muss.
In dem Moment, in dem du aufhörst, dich selbst zu verlassen.
Dieses Buch bewegt sich genau zwischen diesen Punkten.
Zwischen dem, was wir gelernt haben über Selbstliebe – und dem, was sich wirklich danach anfühlt, wenn sie im eigenen Leben ankommt.
Nicht als Ideal.
Sondern als etwas, das auch dann da ist, wenn es schwierig wird.
Wenn es nicht schön ist.
Wenn es eher ein Aushalten ist als ein Strahlen.
Und genau darin liegt ihre Tiefe.
Während du liest, verändert sich nichts plötzlich.
Aber etwas beginnt sich zu verschieben.
Du hörst auf, gegen dich zu arbeiten.
Du beginnst, dich wahrzunehmen – auch in den Momenten, in denen es unbequem ist.
Und Stück für Stück entsteht daraus etwas, das sich nicht künstlich anfühlt, sondern echt.
Etwas, das trägt.
Am Ende bleibt kein Konzept von Selbstliebe zurück.
Kein Ziel, das erreicht werden muss.
Sondern ein Gefühl.
Dass du dir selbst näher bist als vorher.
Dass du dich nicht mehr so leicht verlierst.
Und dass da ein Ort in dir ist, zu dem du immer wieder zurückkehren kannst.
Nicht perfekt.
Aber ehrlich.
Und vielleicht ist genau das der Anfang.
Und vielleicht ist da noch etwas, das zwischen all diesen Zeilen mitschwingt.
Dieses Buch ist nicht in stillen, unberührten Momenten entstanden. Es ist mitten im echten Leben entstanden.
In den schwersten Pflegemomenten meines Sohnes.
In Nächten, die keine waren.
In Tagen, die mehr gefordert haben, als eigentlich da war.
Es ist gewachsen zwischen all den Versuchen, mein Leben irgendwie leichter zu machen.
Zwischen Kursen, Büchern, Methoden und der leisen Hoffnung, dass es vielleicht doch einfacher wird, wenn ich nur „richtig“ werde. Wenn ich mich genug verändere. Wenn ich endlich die finde, die scheinbar alle Antworten hat.
Und irgendwann wurde klar:
Es liegt nicht daran, dass ich noch nicht genug gelernt habe.
Nicht daran, dass ich noch nicht gut genug bin.
Sondern daran, dass ich mich selbst immer wieder verlasse, während ich versuche, jemand zu werden, der ich gar nicht sein muss.
Dieses Buch ist genau aus diesem Punkt heraus entstanden.
Nicht als Lösung.
Sondern als ehrliche Bewegung zurück zu mir selbst.
Mitten im Chaos.
Mitten im Leben.
Mitten in allem, was ist.
Ich freue mich, wenn dieses Buch auch in dir etwas berühren darf, was da ruht – und was du nur wieder dir erinnern darfst.
Schön, dass du da bist! Deine Susanne
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